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Hier können sich Lehrkräfte und alle Interessierten über Wissenswertes zur Region des Oldenburger Landes erkundigen, Ideen holen und sogar Unterrichtsmaterialien herunterladen. Wenn Sie mehr über die Oldenburgische Landschaft als Organisation wissen möchten, schauen Sie doch gern einmal unter www.oldenburgische-landschaft.de rein.

Unterrichtsmaterial

Im Rahmen des Erlasses vom Kultusministerium „Die Region und ihre Sprache im Unterricht“ möchten wir Ihnen hier kostenloses Arbeitsmaterial und Unterrichtsideen zur Verfügung stellen, die sich auf die Region des Oldenburger Landes beziehen.

Oldenburger Land

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<p>Die Stadt Oldenburg erhielt 1785 mit dem Regierungsantritt des späteren Herzogs Peter Friedrich Ludwig (1755-1829) weitreichende Impulse in ihrer Entwicklung und ihrem heutigen Stadtbild, wurde sie doch durch diesen Umstand zur neuen Residenzstadt. Insbesondere die zahlreichen architektonischen Bauten im Stil des Klassizismus und ab ca. 1850 des Historismus machten Oldenburg seinerzeit über die Stadtgrenze hinaus bekannt.</p>
<p>Die herzogliche Stadtbaupolitik Peter Friedrich Ludwigs, seit 1785 regierender Administrator des Herzogtums Oldenburgs, war bis nach der französischen Besetzung (1811-13) darauf ausgerichtet, die infrastrukturellen Grundlagen einer modernen Stadtentwicklung zu schaffen. Es wurde entschieden, auf den ehemaligen Festungswerken rund um die Stadt eine gärtnerische, großzügig gestaltete Wallpromenade anzulegen, die durch die Hofkasse finanziert wurde.</p>
<p>Das innerstädtische Straßensystem wurde kontinuierlich ausgebaut, neue Reit- und Fußwege sowie Ausfallstraßen in das Umland geschaffen, Toranlagen und Brücken erneuert, öffentlichen Plätzen gebaut. Die konsequente klassizistische Architektursprache wurde bis weit in die 1840 die Neubauten angewandt. So ist festzuhalten, dass in der Stadtentwicklung dieser Zeit nicht nur hinsichtlich Grundrisses der Stadt sondern auch in der stilistischen Gestaltung des Stadtbildes grundlegende Weichen gestellt wurden.</p>
<p>Bis 1785 wohnte der Herzog mit seiner Familie in Rastede, mit seinem Regierungsantritt verlegte er den Hauptwohnsitz in das Oldenburger Schloss. Mit dieser Entscheidung machte Peter Friedrich Ludwig Oldenburg zum Stammsitz einer neuen Dynastie und sich selbst zum Stammvater des Hauses Oldenburg, aus der jüngeren Linie der Herzöge von Holstein-Gottorf. Die neu gegründete Familie (*1783 Paul Friedrich August, *1784 Georg Friedrich) hatten jedoch bereits im Antrittsjahr mit dem plötzlichen Tod der Gattin und Mutter, der Herzogin Friederike, einen schweren persönlichen Schicksalsschlag zu verkraften. Obgleich bereits städtebauliche Aktivitäten angelaufen waren, lag nun die Priorität auf die Errichtung einer würdigen Grablege.</p>
<p><strong>Mausoleum</strong></p>
<p>Der in einem geschlossenen Kubus erscheinender Giebelbau war in erster Linie Ausdruck der persönlichen Trauer des Herzogs. Die strenge, schlichte und klare Form machte das Mausoleum nicht nur zum ersten klassizistischem Bauwerk in Oldenburg, sondern auch in der Region. <a href="#_ftn2" name="_ftnref2"></a>Noch unter weiteren Gesichtspunkten ist die Errichtung (1786-1790) des Herzoglichen Mausoleums auf dem Gertrudenfriedhof von Bedeutung: Die Bestattung der Herzogin fand 1791 auf einem bürgerlichen Friedhof statt und spiegelte dadurch auch bei Peter Friedrich Ludwig einen durch die Aufklärung herbeigeführten Wandel im Selbstverständnis im Herrscherbild wider, da bislang Kirchen als Grabstätten für verstorbene Angehörige vorgezogen wurden. Zuletzt zu erwähnen ist hier noch der dynastische Bezug, den Peter als Begründer der oldenburgischen Linie des Hauses Holstein-Gottorf mit der Errichtung einer Familiengrablege wohl als Dokumentation des Anspruchs der neuen Dynastie ausdrücken wollte.</p>
<p><strong>Lambertikirche</strong></p>
<p>Aufgrund des bedenklichen Bauzustandes der im Herzen der Stadt gelegenen Lambertikirche kam es 1791 bis 1795 zu maßgeblichen Umbauten im Innenbereich des Gebäudes, die der Architekt Joseph Bernhard Winck leitete, aber an deren gestalterischen Ausrichtung der Herzog sich rege beteiligte. So blieb das mittelalterliche Kirchenschiff und deren sichtbar gemachten Mauern und Strebpfeiler erhalten, es wurde eine klassizistischen Rotunde eingebaut und der Chor in eine klassizistische Eingangshalle umgewandelt, die als Mausoleum für die Ahnen aus der Oldenburger Dynastie, Graf Anton Günther und Herzog Friedrich August konzipiert wurde.</p>
<p>Die städtebaulichen Maßnahmen, die Peter Friedrich Ludwig Ende des 18. Jahrhundert in Auftrag gab, betrafen vorwiegend den Bereich des Schlosses als Herrschaftssitz und seiner Umgebung. Bei dem Umbau der Lambertikirche, dem religiöses und geistlichen Zentrum, sowie Errichtung des herzoglichen Mausoleum kamen nicht nur erinnerungskulturelle Aspekte zum Ausdruck, hierbei sollte über die dynastische Tradition und die eigene Herkunft die Herrschaftsausübung legitimiert werden, andererseits der neu geschaffene Dynastie ein etablierendes Monument gesetzt werden.</p>
<p><strong>Schlossgarten</strong></p>
<p>Außerhalb der ehemaligen Befestigungsanlagen kaufte der Herzog zwischen 1803 und 1805 Land an, mit der Absicht einen Schlossgarten im Stil eines englischen Landschaftsgartens anzulegen. Der Hofgärtner Christian Ludwig Bosse übernahm die Ausführung, eine Erweiterung der 1810 fertig gestellten ersten Anlage wurde durch die französische Besatzung unterbrochen und erfolgte erst ab 1814 unter der Leitung Julius Friedrich Wilhelm Bosse (1788-1864). Der Wiederaufbau und die gleichzeitige Neugestaltung des Gartens fand zwischen 1817 und 1822 unter maßgeblicher künstlerischer Gestaltung des Herzogs statt, es entstanden der Teepavillon (1817), das Kleine und Große Winterhaus nach den Plänen des Bauoberrates Heinrich Carl Slevogt (1787-1832). Für die gärtnerische Gestaltung der sich um den Garten und den Stadtring abgetragenen Wallanlagen zeigte sich Bosse ebenfalls verantwortlich. Dem lag ein Gesamtkonzept zur Bildung, Erholung und Freizeitgestaltung zugrunde, dass den Bürger einbeziehen sollte und noch in anderer Neubauten ihren Ausdruck fand.</p>
<p><strong>Oldenburger Schloss</strong></p>
<p>1819 wurde das Schloss um einen Küchenflügel und einer Bibliothek mit dazugehörigen Torbogen erweitert. Im gleichen Jahr erfolgte ein weitere Öffnung im Nordteil der Stadt über die Anlegung des Pferdemarktes an der Heiligengeiststraße, die ursprünglich gedacht war, Residenz und Nekropole - also das Schloss und das Herzogliche Mausoleum auf dem Gertrudenfriedhof - als Mittelachse direkt zu verbinden.</p>
<p><strong>Prinzenpalais</strong></p>
<p>In der Absicht einen Wohnort für seine beiden verwaisten Enkel Peter und Alexander zu bauen, wurde der klassizistische zweigeschossige Bau zwischen 1820 und 1826 errichtet und bildete mit der Anlegung der Zufahrtstraße(n) den städtebaulichen Anfangspunkt des südlichen Zugangs zur Stadt, die zum Schloss hinführt.</p>
<p>Mit der sukzessiven Abtragung der Befestigungsanlagen und der damit verbundenen Anlegung und Gestaltung eines neuen Promenadenrings, der zuführenden Ausfallstraßen sowie den Großbauten, Plätzen, Toren und der Schlossgartenanlage war eine Öffnung der Stadt weg vom in sich geschlossenen mittelalterlichen Stadtkern erreicht und die Grundstruktur für die weitere städtebauliche Entwicklung gelegt worden.</p>
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<p>Autor: anwi</p>
<p> Karte: Gertrudenfriedhof Oldenburg</p>
Über unsere Landkarte finden Sie Kurztexte sowie Bild- und Tonsequenzen, die Ihnen einen Eindruck von der Vielfalt des Oldenburger Landes vermitteln.

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Mittwoch, den 01 Juli 2015
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